Theater im Iran

Die Kitz Theaterkumpanei ist mit zwei neuen Projekten aus dem Iran zurückgekehrt.

Auf Einladung der iranischen Kulturbehörde Ershad waren die Ludwigshafener Theatermacher Bärbel Maier und Peer Damminger nach Isfahan gereist um mit lokalen Künstlern ein Kunst- und Theaterfestival für die Stadt und Region im Zentrum des Iran zu entwickeln. Als Gast des von der Theaterkumpanei organisierten  deutsch-iranischen TheaterCampus 2018 begeisterte sich Ehsan Moshkelani, damaliger Präsident der Esfahan University of Arts and Culture für das Konzept der KinderInsel im Inselsommer und die Festivalatmosphäre auf der Parkinsel.

Auf seine Initiative hin will Isfahan, die am Fluss Zayandeh gelegene Wüstenstadt mit ihren langestreckten Parkanlagen und unvergleichlichen Kulturdenkmälern nun nach dem Ludwigshafener Vorbild ein eigenes Fest der Kunst, Kultur und Begegnung schaffen. Bis September 2020 wird die Stadt Isfahan mit Künstlerinnen und Künstlern der verschiedenen ethnischen Gruppen ein gemeinsames Fest mit Theater, Konzerten, Ausstellungen, Workshops und Publikumsgesprächen entwickeln. Dabei steht die Kunst und Kunstvermittlung für Kinder, Jugendliche und Familien in besonderem Fokus. Zu dieser Unternehmung haben die Verantwortlichen der Stadt Isfahan nun die KiTZ Theaterkumpanei als Berater und Akteure eingeladen.

Die langjährig Erfahrung und die aus der Begegnung mit dem Publikum entwickelten Formate wollen die Ludwigshafener Theatermacher mit ihren iranischen Kollegen teilen. Der Ansatz, die Diversität in der eigenen Gesellschaft zu suchen und die Potentiale der unterschiedlichen Traditionen und Kunstformen zu erschließen ist im Iran ganz neu. Vielfalt zu feiern, statt die unterschiedliche Herkunft abgrenzend zu betonen, soll Spannungen abbauen und Freiräume für die persönliche Entfaltung schaffen. Kindern und Jugendlichen soll Gehör gegeben werden. Entsprechend werden geeignete Theaterstücke, Projekte und Gesprächsforen entstehen, die die Zivilgesellschaft in Isfahan voranbringen.

Am Rande der Gespräche mit dem Kulturdezernenten der Stadt und der staatlichen Kulturbehörde in Isfahan leiteten die deutschen Theatermacher einen dreitägigen Workshop mit 16 angehenden Schauspielerinnen und Schauspielern des renommierten Ordibehesht Instituts.

Im September ist ein weiterer Arbeitsaufenthalt zur Bildung künstlerischer Netzwerke, zur Auswahl der Festivalorte und zur Ausarbeitung der Festivalformate geplant. Auch die Arbeit an dem zweiten vereinbarten Projekt soll dann beginnen. Eine neue iranisch-deutsche Theaterproduktion der KiTZ Theaterkumpanei soll für das Festival entstehen, nachdem das Ensemble mit der Produktion "Sultan und Kotzbrocken" im Jahr 2010 schon erfolgreich Erfahrungen in der internationalen Theaterarbeit gesammelt hat.

Auf dem Weg dahin wird es gemeinsame Workshops und gegenseitige Besuche im Iran und in Deutschland geben. Der künstlerische Dialog ist eine wichtige und wirkungsvolle Brücke zur Verständigung der Völker, dessen Bedeutung angesichts der weltpolitischen Spannungen und Zuspitzungen immer größer wird.